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Italienische Männerkleidung des 15. Jahrhunderts

Die italienische Männerkleidung des 15. Jahrhunderts ist aus Schichten aufgebaut, und jede Schicht hat ihre eigene Aufgabe. Wenn Sie diese Reihenfolge verstehen, können Sie leichter eine authentische Gewandung zusammenstellen und die häufigsten Fehler vermeiden.

1. Das Hemd

Die unterste Schicht ist das Leinenhemd. Es liegt direkt auf der Haut, wurde am häufigsten gewaschen und schützte die teureren Obergewänder vor Schweiß. Sein Schnitt ist einfach, mit Achselzwickeln. Am Hals und an den Ärmeln eines kurzen Farsetto ist es oft sichtbar. Unser Hemd wird mit französischen Nähten gefertigt, und der Schnitt beruht unter anderem auf den Arbeiten von Federico Marangoni und Katrin Kania.

2. Der Farsetto

Über das Hemd kommt der Farsetto, das eng anliegende, gefütterte Wams. Er erzeugt die charakteristische, in der Taille schmale Silhouette der Epoche, und an ihm werden die Beinlinge befestigt.

Mehr dazu: Was ist ein Farsetto?

3. Die Beinlinge und die Nestel

Beinlinge sind eng anliegend und strumpfartig. Sie wurden aus Wolle im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, damit sie dem Bein elastisch folgen, und mit Nesteln am unteren Rand des Farsetto festgebunden. Unsere Woll-Beinlinge entstehen nach der Schlachtenszene von Piero della Francesca um 1460. Die geteilten, mehrfarbigen Mi-Parti-Beinlinge zeigten oft die Farben einer Familie oder Gemeinschaft. Diese fertigen wir auch aus einer Baumwoll-Elasthan-Mischung, weil sie bequemer und langlebiger ist.

4. Obergewand: Giornea, Mantel

Viele Männer trugen über dem Farsetto ein Obergewand. Die Giornea ist das charakteristischste Stück der Epoche: ein ärmelloses, seitlich offenes oder verziertes Obergewand aus Wolle, Seide, Samt oder Brokat. Bei kälterem Wetter trug man einen längeren Mantel oder einen Umhang. Die geschlitzten Ärmel unseres Mantels mit Fransensaum sind bei warmem wie bei kaltem Wetter praktisch.

5. Kopfbedeckung

Barhäuptig zu gehen war die Ausnahme. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war die leinene Bundhaube noch verbreitet, in der zweiten Jahrhunderthälfte sieht man sie jedoch immer seltener. Der Chaperon, also die turbanartig getragene Gugel, ist die typische Kopfbedeckung der Epoche.

Häufige Fehler

  • Beinlinge mit Gürtel. In dieser Epoche wurden die Beinlinge am Farsetto festgebunden, nicht von einem Gürtel gehalten.
  • Zu langer Farsetto. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts war der Farsetto kurz und reichte oft nur bis zur Taille.
  • Moderne Stoffe. Die sichtbaren Schichten sollten aus Wolle, Leinen oder Seide bestehen.
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